Einladung zum Lesen: Die Bücherschränke der Leipziger Volksbank stehen für alle offen

Auf dem Karli Beben am 18. April wollte ich mir Bargeld besorgen für die Auktion in der Feinkost. Am nächsten auf dem Weg lag die Filiale der Leipziger Volksbank in der Karli 54/Südplatz. Im Foyer entdeckte ich einen öffentlichen Bücherschrank. Ich habe nachgefragt.

Öfffentlicher Bücherschrank in der Filiale der Leipziger Volksbank, Karli 54. Foto Detlef M. Plaisier

Öffentlicher Bücherschrank in der Filiale der Leipziger Volksbank, Karli 54. Foto: Detlef M. Plaisier

„Dies ist ein Büchertausch!“ Ein handgeschriebenes Schild macht das Anliegen klar: Wer ein Buch mitnimmt, sollte möglichst auch ein Exemplar mitbringen. „Das klappt nicht immer“, räumt Filialleiter Enrico Spiegel ein. Dennoch ist der Bestand gut gepflegt. Er wird regelmäßig überprüft und reicht vom Sachbuch über Krimi und Belletristik bis zum Kinderbuch. Der Zustand der meisten Bücher macht auch im heimischen Schrank noch eine gute Figur. Bei mir steht jetzt „Das Mädchen im roten Mantel“, ein Portrait des unvergesslichen Farbtupfers aus dem Film „Schindlers Liste“.

Die Initiative der Leipziger Volksbank läuft bereits mehrere Jahre, unter anderem in der Filiale Stötteritz seit 2009 und in der Hauptstelle Schillerstraße seit 2012. Das Beratungscenter in Markkleeberg ist nach dem Umbau ebenfalls mit einer Tauschmöglichkeit ausgestattet. Der Offene Bücherschrank richtet sich ausdrücklich auch an Nichtkunden der Leipziger Volksbank. „Manchmal kommen Menschen einfach mit einem Beutel voller Bücher in die Filiale“, erzählt Dirk Kummetat, Marketingexperte der Leipziger Volksbank. „In der Lounge der Filiale Schillerstraße wird gelesen und über Literatur geredet.“ Angenehmer Nebeneffekt: So können die Bankberater mit den Besuchern auch über Finanzthemen ins Gespräch kommen.

Schade nur, dass die nachahmenswerte Idee  so wenig beworben wird. Selbst auf dem öffentlichen Blog der Leipziger Volksbank findet sich kein Hinweis. Also: Weitersagen!

Leipzig braucht öffentliche Bücherschränke. Sie könnten die Initiative bookcrossing ergänzen, die in Leipzig viele begeisterte Anhänger gefunden hat. Auf der Leipziger Buchmesse habe ich in diesem Jahr  Hans-Jürgen Greve aus Köln kennengelernt. Er baut Offene Bücherschränke und will auch in Leipzig aktiv werden. Ein Interview folgt hier demnächst.

3 Gedanken zu “Einladung zum Lesen: Die Bücherschränke der Leipziger Volksbank stehen für alle offen

  1. Ja, ich finde das auch sehr schade, dass die „Buchstadt“ Leipzig keinen einzigen öffentlichen Bücherschrank hat. Solche Regale gehen hier leider nur auf kleinere private Initiativen zurück. In Berlin gibt es da z.B. die „Bücherboxxen“ – umgebaute ehemalige Telefonzellen. Vor über einem Jahr war ich deshalb mal beim Kulturamt der Stadt Leipzig, um so etwas vielleicht auch hier anzustoßen. Es gab da zwar große Begeisterung, passiert ist aber leider überhaupt nichts. Schade

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  2. Liebe Sandra, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich komme in den nächsten Tagen auf dich zu. Ich sehe es genauso: In Leipzig muss doch wohl eine ähnliche Institution drin sein – es gibt doch ausreichend Big Player auf dem Feld der Literatur.

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  3. Hallo,
    ich bin ein großer Freund und Fan von öffentlichen Bücherschränken und habe diesen Post hier leider nur durch Zufall gefunden.
    Auch ich denke, dass es mehr Werbung für diese Einrichtungen geben muss und andernorts funktioniert es seltsamerweise ganz gut. Gerade in Frankfurt am Main oder Hannover wird dort viel getan.

    Als ich im Herbst 2013 selbst mal auf der Suche nach Bücherschränken war, hatte ich so recht keine gute Seiten im Netz gefunden, auf denen ich eine Kartenübersicht von Bücherschränken habe. Darum setzte ich mich ran und entwickelte mein Projekt „OpenBookCase.org“ (http://openbookcase.org).
    Das kosten- und werbefreie Projekt soll es jedem ermöglichen, nach öffentlichen Bücherschränken (und auch Giveboxen/Umsonstläden) zu suchen und diese auch einzutragen, sollten sie fehlen.

    Gerade in den letzten Tagen wird hier und da die Seite von verschiedenen, größeren Seiten aufgegriffen (z.B. Pressemitteilungen in mir bis dato unbekannten Portalen) und so auch publiker gemacht.

    Diesen Post habe ich zum Anlass genommen und ein paar Schränke in Leipzig hinzugefügt, die ich per Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_%C3%B6ffentlicher_B%C3%BCcherschr%C3%A4nke_in_Deutschland) ausgemacht habe.

    Vielleicht finden sich ja noch mehr Leipziger, die hier und da einen Bücherschrank entdeckt haben und ihn eintragen können. Das wäre schön und würde anderen bei der Suche helfen.

    Viele Grüße,
    Christian

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